Pressebericht im Paulinus
Ein "Urknall" mit Pauken und Becken erschüttert das Kirchenschiff. Lichtdurchflutet in allen Farben das Gewölbe, Sterne aus Licht wandern durch den Raum und gleichzeitig ist der Beginn der Schöpfungsgeschichte zu hören: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde und Gottes Geist schwebte über dem Wasser...".
So lässt sich rein vom Ablauf her der Beginn des Licht- und Klangerlebnisses "Spirits" der von Pastoralreferent Matthias Olzem begleiteten Projektgruppe "Jugendarbeit" im Dekanat St. Goar in der St.Ägidiuskirche Bad Salzig beschreiben.
Angelehnt an die vielfältigen spirituellen Erfahrungen, die Menschen über die Jahrhunderte hinweg an diesem Ort des Bittens und Dankens gemacht haben, entwickelten die jungen Leute der Projektgruppe ein Programm, das den Bogen spannte von der Schöpfung über das Liebesgebot Jesu bis zur Vollendung allen Unvollkommenden im Himmel.
200 Besucher erlebten abwechslungsreiche zwei Stunden, in denen alle Register der multimedialen und darstellerischen Möglichkeiten gezogen wurden, um wichtige Erfahrungen christlicher Spiritualität wieder neu ins Bewusstsein zu heben. Licht in allen Farben und Formen, Bildpräsentationen, Film, Toneffekte, Musik im Chor, im Ensemble, von der Orgel und vom Band, ein während der Veranstaltung gemaltes Bild und Akrobatik.
Dabei gewannen Technik und Effekte nie die Oberhand, sondern unterstrichen und verstärkten die Inhalte. Der Schöpfungsakt Gottes konnte in der Evolution nachempfunden werden. Dem zerstörerischen Handeln der Menschen im Krieg und im Umgang mit der Umwelt stand das biblisch gebotene bewahrende und weiterentwickelnde Handeln gegenüber.
Die sich verschenkende Liebe Gottes findet einen wichtigen Ausdruck im Geschenk der Fähigkeiten des Menschen und eröffnet damit eine Aufgabe, sie in Liebe anzuwenden. Entsprechend dem Auftrag Jesu: Liebt einander wie ich euch geliebt habe. Auch hier hat der Mensch in der Geschichte und aktuell entgegen seinem Auftrag gehandelt, aber es gab und gibt immer wieder Menschen, die in der Freude der Dankbarkeit ihre Fähigkeiten zum Guten einsetzen. Auch wenn manches nicht gelingt, kann das Vertrauen des Paulus tragen: Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist unserem Herrn.
Beim Himmel wurden die Himmelsvorstellungen der Weltreligionen aufgegriffen und die Vorstellungen der unterschiedlichen Generationen durch eine Umfrage exemplarisch eingeholt. Durch drei biblische Texte wurde das Spektrum beschrieben, in denen sich christlich der Himmel erahnen lässt: Aus der Offenbarung des Johannes: Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Vision des Jesaja: Dann wohnt der Wolf beim Lamm. Und als Finale die Aussage aus dem Lukasevangelium: Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch.
Dass einiges von diesen spirituellen Anregungen auf die Besucher übergekommen ist, zeigten die Rückmeldungen: "Es war beeindruckend schön mit viel Tiefgang", "Beim Himmel. Da war wirklich etwas vom Himmel ahnbar." Zum dritten Mal in vier Jahren führten die jungen Leute aus den verschiedenen Pfarreien des Dekanates St. Goar ein solches Licht- und Klangerlebnis durch. 20 Akteure waren beteiligt, darunter der Taizé-Chor des Dekanates und ein speziell für "Spirits" zusammengestelltes Instrumental-Ensemble unter der Leitung von Dekanatskantor Andreas Unger.
Einig waren sich alle, dass noch mehr Besucher die Möglichkeit erhalten sollten das Licht- und Klangerlebnis "Spirits" zu erleben. Daher ist die Projektgruppe offen gegenüber Anfragen aus anderen Pfarreien, auch dort "Spirits" durchzuführen.
(Autor: Matthias Olzem)


